Digitale Zeiten – Das Internet: Kulturrevolution oder bloß eine neue Technik?


Vortrag von Mag. Elisabeth Zankel, Chefredakteurin Kleine Zeitung DIGITAL, Graz
28. Mai 2011
Zusammengefasst von Florian Vorraber

Jung, frisch, dynamisch: so präsentierte sich Mag. Elisabeth Zankel, Chefredakteurin der Kleinen Zeitung Digital, als sie die Bühne betrat. Genauso jung, frisch und dynamisch gestaltete sich auch das Thema ihres Vortrags „Digitale Zeiten – Das Internet: Kulturrevolution oder doch nur eine neue Technik?“, bei dem die Zuhörer einen tieferen Einblick in das ABC des Internets bekamen: Angefangen bei dessen Entstehung, über die allmähliche Entwicklung und die größten Giganten wie Google, Facebook und YouTube, wie sie das Internet und insbesondere die verschiedenen Generationen sowie deren Gesellschaft verändern, bis hin zu der Rolle der Medien im digitalen Zeitalter und den Herausforderungen, vor welche diese gestellt werden.

 

ENSTEHUNG:

Die erste Stufe des Internets entstand in den 1960er Jahren, als das US-Verteidigungsministerium ein Projekt zur Vernetzung von Universitäten und Forschungseinrichtungen etablierte. Rasch erkannte man die Vorzüge einer dauerhaften Vernetzung und auch E-Mails wurden bereits versandt und empfangen. Mit der Einführung des World Wide Web, dem ersten grafikfähigen Webbrowser, entwickelt im CERN bei Genf, wurde das Internet schließlich und endlich auch der breiten Masse zugänglich.

 

BIG PLAYER & PROGRAMME:

  • Google
    Die „Garagen-Erfindung“ zweier Studenten in den 90ern eroberte innerhalb weniger Jahre die ganze Welt. Nach einem bestimmten System werden von Google nahezu alle Websites im Internet bewertet, sortiert und den Nutzern im Rahmen der Google Suchmaschine zur Verfügung gestellt. Heute ist Google eine der wichtigsten Marken der Welt und hat bereits zahlreiche neue Produkte und Dienstleistungen in sein Portfolio aufgenommen, darunter Google Maps, eine virtuelle Weltkarte mit zahlreichen Sonderfunktionen und Android, eines der am schnellsten wachsenden Betriebssysteme für sogenannte Smartphones, also Mobiltelefone, welche sich durch ihre gesteigerten und computerähnlichen Funktionalitäten mit gleichzeitiger Vernetzung mit dem Internet auszeichnen.
  • YouTube
    Gegründet 2005 als eine der ersten Seiten, auf denen User ihre eigenen Inhalte – hier in Form von Videos – selbstständig anderen zugänglich machen konnten, stellt YouTube heutzutage das größte Videoportal der Welt dar, auf dem man jede Minute über 48 Stunden neues Videomaterial findet. In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Inhalte klassischer TV-Formate auf derartige Videoplattformen verlagert, darunter vor allem musikalische und politische Inhalte, welche auf diesem Wege von jedem Menschen rund um die Uhr von jedem Ort der Welt abgerufen werden können.
  • Facebook
    Facebook ist mit 700 Millionen Nutzern (Stand Mai 2011) das weltweit größte der sogenannten sozialen Netzwerke. Privatpersonen erstellen Profile über sich und füllen diese mit Informationen, die sie über sich preisgeben wollen, darunter auch Fotos und Videos. Diese Inhalte werden den Personen, mit denen man vernetzt ist, zugänglich gemacht und sind auch in einer Reihung nach Relevanz für den jeweiligen Nutzer auf der Newsfeed-Seite zu sehen. Weiters können auch Unternehmen, Vereine, Körperschaften, sachspezifische Gruppen und viele andere Fanpages kreieren, um mit ihren Anspruchsgruppen zu kommunizieren.
  • Apps
    Bei einer sogenannten App handelt es sich im Allgemeinen um jede Form von Anwendungsprogrammen. Heutzutage wird dieser Begriff häufig im Zusammenhang mit Smartphones (siehe oben) und mobilen Tablet-Computern, wie beispielsweise dem iPad von Apple, verwendet. Diese Apps können über das Internet bezogen und auf dem jeweiligen Gerät verwendet werden, um so dessen Funktionalität zu erhöhen und gleichzeitig zu individualisieren, indem jeder Nutzer sich selbst die benötigten Anwendungen zusammenstellen kann. Darunter gibt es Wetter-Apps, auf denen man die aktuelle und zukünftige Wetterlage mit zahlreichen Zusatzinfos sehen kann, Navigations-Apps mit virtuellen Landkarten und Informationen zu gewissen Orten, Plätzen und Gebäuden, Nachrichten-Apps von diversen Nachrichtendiensten, auf denen man jeweils die aktuellsten Neuigkeiten erfährt, Musik- und Spiele-Apps und zahllose weitere.

 

MEDIEN IM DIGITALEN ZEITALTER

Während das Internet und besonders die sozialen Medien unsere Gesellschaft und unsere Art zu kommunizieren stark beeinflussen, können sich auch die Medien dieser Entwicklung nicht entziehen. Klassische Medien verlieren dabei konstant Nutzer, während das Internet von immer mehr Menschen verwendet wird. Nun versuchen zahlreiche Medienunternehmen, große Geschäftsfelder auf den Online-Bereich zu verlagern, sehen sich aber oft mit einem Grundproblem konfrontiert: Nutzer sind im Internet „gratis“ gewöhnt, das heißt die Mehrheit ist nicht bereit, für Inhalte zu bezahlen. Noch versuchen viele einen Weg zu finden, dieses Problem zu lösen. Hohe Qualität der Inhalte stellt einen der Ansätze dar, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass hierfür spezifische Gruppen bereit sind gewisse Kosten in Kauf zu nehmen. Als Beispiel kann hier „The Daily“ genannt werden, die erste ausschließlich online verfügbare und kostenpflichtige Tageszeitung, die über eine App verfügbar ist. Auch zahllose andere Zeitungen, darunter die Kleine Zeitung, veröffentlichen ihre Ausgaben über Apps – noch kostenlos, da die entsprechenden Geräte derzeit noch nicht so weit verbreitet sind, jedoch in naher Zukunft voraussichtlich einen enormen Boom erleben werden.

 

Um alle Vorteile dieser neuen Technologien zu nutzen, um den Anschluss nicht zu verpassen und um nicht im schlimmsten Fall dadurch Wettbewerbsnachteile gegenüber Mitbewerbern zu haben, ist es daher wichtig, diese Entwicklungen zu verfolgen, neue Anwendungen aktiv zu nutzen und diese in die Kommunikationspolitik zu integrieren, denn eines ist sicher: hinkt man der Entwicklung im Internet einen Schritt hinterher, hat diese bereits zwei weitere nach vor gemacht.